Editorial Verlag Breucom Medien

3. Oktober 1990
Die Nationale Volksarmee (NVA) – die Armee der ehemaligen DDR - hörte auf zu existieren. Zu dieser Zeit übernahm die Bundeswehr viele NVA-Soldaten in die eigenen Reihen. Neben den Menschen wurden auch Liegenschaften und Material in die Bundeswehr integriert. So gelangten ca. 4.000 Filme der NVA in den Bestand der Medienzentrale der Bundeswehr. Die meisten davon waren Ausbildungs- und Dokumentationsfilme, die die NVA in ihren Filmstudios in Berlin-Biesdorf produziert hatte.
15 Jahre später
Der Verlag Breucom-Medien legt in einer Redaktionsbesprechung am 5. Oktober 2005 fest, NVA-Filme auf Datenträgern produzieren zu wollen. Da der Verlag auf Grund früherer CD-Produktionen genügend Erfahrung hat, Daten auf elektronischen Datenträgern zu präsentieren, traut man sich die Umsetzung dieses Projekts trotz mancher Risiken zu.Erste Kontaktaufnahmen mit der Medienzentrale verlaufen positiv. Unabhängig zur Entscheidung des Verlags Breucom-Medien, NVA-Filme zu präsentieren, hatte die Medienzentrale beschlossen, die übernommenen NVA-Filme zu digitalisieren.
11. April 2006
Die ersten digitalisierten NVA-Bänder werden vom Verlag übernommen und entsprechend den eigenen Vorgaben bearbeitet. Bei der Konzeptionierung wurde festgelegt, so viel Filmmaterial wie möglich auf die späteren Datenträger zu bringen, um dem Betrachter eine große Auswahl zu ermöglichen. Dabei durfte aber die Quantität nicht zu Lasten der Qualität gehen.Parallel zur Filmbearbeitung werden Hintergrunddaten über die NVA erstellt und in Kontext zu den Filmen gebracht.
10. April 2007
Das letzte NVA-Band wird bearbeitet. Insgesamt wurden 300 Filme mit 101 Stunden Spieldauer übernommen. Diese werden nun in die bereits fertig gestellte Umgebungssoftware eingearbeitet.
6. August 2007
Die ersten DVDs sind fertig gestellt und werden auf verschiedenen Systemen getestet.Auf Grund vieler Gespräche mit ehemaligen NVA-Soldaten und Testern bestätigt es sich, dass die Unterteilung der DVD-Produktion in drei Kategorien sinnvoll ist:
Kategorie 1.: die NVA und ihre Soldaten (DVD – Vol I)
Kategorie 2.: die NVA und die Politik (DVD – Vol II) und
Kategorie 3.: die NVA und die Gesellschaft (DVD – Vol III).
August 2007
Ein Tester hat einen früheren NVA-Kameraden wieder erkannt.
Oktober 2007
Die Medienzentrale meldet sich und teilt mit, dass das Bundesfilmarchiv
in Berlin und die Vertriebsfirma Progress für die weitere Zusammenarbeit
zuständig sind. Damit endet vorerst die gute Zusammenarbeit zwischen
Breucom-Medien und der Medienzentrale.
Es werden erste Gespräche mit dem Bundesfilmarchiv und Progress
geführt.
Dezember 2007
Von den 300 Filmen werden vorerst nur 156 Filme freigegeben. Damit
ist eine Unterteilung in die drei Kategorien "Militär /
Politik / Gesellschaft" nicht mehr realisierbar.
Die 156 Filme werden nun in ein höherwertiges Bildformat konvertiert
und auf 4 DVD chronologisch verteilt. Somit werden die Zeiträume
1960 bis 1969, 1970 bis 1978, 1978 bis 1984 und 1984 bis 1990 in Bezug
zur NVA dargestellt.
Januar 2008
Ende Januar 2008 wird der Lizenzvertrag zwischen Progress und Breucom-Medien unterzeichnet. Anschließend werden die DVD in einem Presswerk hergestellt und stehen dem Handel zur Verfügung.
Fazit:
Trotz mancher Schwierigkeit in der Vorbereitung, insbesondere bei den Lizenzfragen, ist der Verlag Breucom-Medien stolz, zum ersten Mal in der Geschichte eine NVA-Filmreihe präsentieren zu können.
Der Verlag ist sich bewusst, dass mancher NVA-Film starken Propaganda-Tobak beinhaltet. Auch nach 17 Jahren Einheit wird manch einem der Kamm schwellen, wenn er die Filme betrachtet und die SED-Kommentare hört. Dennoch: die Filme sind Zeitdokumente, die zeigen sollen, wie es während des Kalten Krieges war. Viele der Filme sind in der Öffentlichkeit noch nie gezeigt worden und gewähren daher neue Einblicke in das Wesen und Gefüge der NVA.
Und vielleicht geht es Ihnen dann auch so wie unserem Tester, der einen ehemaligen NVA-Kameraden wieder erkannt hat.
Auf einen Umstand möchten wir schließlich hinweisen:
Das politische und gesellschaftliche Leben zur Zeit des Kalten Krieges
wurde in den Filmen so dargestellt, wie es die SED sehen wollte. So
mussten die Filmhersteller zwar Inhalt und Aussage der Filme konform
zur SED setzen, aber in ihrer Darstellungsform und Filmtechnik haben
sie zum Teil Sehenswertes geschaffen.
